Der häufigste Satz in unserer Erstberatung lautet: „Ist es dafür nicht schon zu spät?" Fast nie. Der zweithäufigste: „Muss das wirklich sein?" Manchmal nicht.
Wann zum ersten Mal schauen lassen?
Eine erste kieferorthopädische Kontrolle ergibt etwa ab dem sechsten bis achten Lebensjahr Sinn, wenn die ersten bleibenden Zähne durchbrechen. Das heißt nicht, dass dann behandelt wird — es geht darum, früh zu sehen, ob sich etwas anbahnt.
Manche Befunde profitieren tatsächlich von einer frühen Behandlung, weil das Kieferwachstum sich noch lenken lässt: ein Kreuzbiss zum Beispiel, ein deutlich zurückliegender Unterkiefer oder ein offener Biss durch Daumenlutschen. Andere Dinge wartet man besser ab.
Der übliche Beginn
Für die meisten Behandlungen liegt der Start zwischen neun und zwölf Jahren, wenn die bleibenden Zähne weitgehend da sind. Dann lässt sich das Ergebnis planen, ohne dass nachrückende Zähne alles wieder verschieben.
Welche Geräte
- Herausnehmbare Platten in der frühen Phase, oft zur Erweiterung des Kiefers
- Feste Spangen mit Brackets, wenn Zähne gezielt bewegt werden müssen
- Aligner bei geeigneten Befunden und ausreichender Mitarbeit
Zähneputzen mit fester Spange
Das ist der Punkt, an dem Behandlungen schiefgehen können. Um Brackets herum sammelt sich Belag, und wo Belag liegt, entsteht Karies — sichtbar als weiße Flecken, wenn die Spange abgenommen wird.
Deshalb gehört bei uns zu jeder festen Spange eine Einweisung, wie geputzt wird, und regelmäßige Kontrollen. Wenn nötig, planen wir zusätzliche Prophylaxetermine ein. Das ist keine Schikane, sondern der Unterschied zwischen einem guten und einem enttäuschenden Ergebnis.
Was die Kasse zahlt
Bei Kindern und Jugendlichen mit einer Einstufung ab KIG 3 übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Regelversorgung, wenn die Behandlung vor dem 18. Geburtstag beginnt. Den Eigenanteil von 20 Prozent bekommen Sie zurück, sobald die Behandlung im geplanten Umfang abgeschlossen ist; sind zwei Kinder aus einem Haushalt gleichzeitig in Behandlung, sinkt er für das zweite Kind auf 10 Prozent.
Kosten und Kassenleistung im Detail
Video
Kurz erklärt – aus unserer Praxis
Die Videos geben allgemeine Informationen und ersetzen keine individuelle Beratung; Behandlungsverlauf und -ergebnis hängen von den persönlichen Voraussetzungen ab. Alle Videos sind untertitelt. Mehr in der Mediathek und auf Instagram.
