Zähne lassen sich in jedem Alter bewegen. Der Knochen baut sich lebenslang um — das ist der Mechanismus, auf dem jede kieferorthopädische Behandlung beruht, und er hört mit dem achtzehnten Geburtstag nicht auf.
Was anders ist als bei Jugendlichen
- Es dauert meist länger. Der Umbau läuft langsamer ab. Bei vergleichbarem Befund rechnen Sie mit einigen Monaten mehr.
- Das Kieferwachstum lässt sich nicht mehr lenken. Was bei Kindern über Wachstumssteuerung geht, muss bei Erwachsenen über Zahnbewegung gelöst werden — oder, bei ausgeprägten Kieferfehlstellungen, in Zusammenarbeit mit der Kieferchirurgie.
- Der Zahnhalteapparat muss mitmachen. Das ist die wichtigste Voraussetzung.
Warum wir zuerst das Zahnfleisch ansehen
Bei einer unbehandelten Parodontitis ist der Knochen um die Zahnwurzeln bereits im Rückgang. Zahnbewegung würde diesen Prozess beschleunigen statt bremsen. Deshalb steht vor jeder kieferorthopädischen Behandlung im Erwachsenenalter die Frage: Ist das Fundament stabil?
Wo eine Parodontitis vorliegt, behandeln wir sie zuerst und beginnen die Zahnkorrektur erst, wenn die Entzündung zur Ruhe gekommen ist. Das kostet Zeit — und ist der Grund, warum die Behandlung danach überhaupt Bestand hat.
Häufige Anlässe
- Ein Frontzahn, der seit Jahren stört
- Zähne, die nach einer früheren Behandlung zurückgewandert sind, weil die Stabilisierung fehlte
- Platz schaffen vor einer Implantat- oder Kronenversorgung
- Ein Biss, der beim Kauen nicht richtig zusammenpasst
Kosten
Bei Erwachsenen ist Kieferorthopädie in aller Regel eine Privatleistung. Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt nur bei schweren Kieferanomalien, die zusätzlich kieferchirurgisch behandelt werden müssen.
Kosten und Kassenleistung im Detail
Video
Kurz erklärt – aus unserer Praxis
Die Videos geben allgemeine Informationen und ersetzen keine individuelle Beratung; Behandlungsverlauf und -ergebnis hängen von den persönlichen Voraussetzungen ab. Alle Videos sind untertitelt. Mehr in der Mediathek und auf Instagram.
